Die Kochenhofsiedlung




Katalog zur Bauausstellung, 1933
(Archiv Stefanie Plarre)

Plakat zur Bauausstellung
Originalgröße 65x42cm
(Archiv Petra Bewer)

Die Kochenhofsiedlung wurde 1933 innerhalb weniger Monate unter Leitung des Architekten Paul Schmitthenner (1884-1972) im Rahmen der Bauausstellung "Deutsches Holz für Hausbau und Wohnung" unter Mitwirkung der Deutschen Forstwirtschaft erstellt. Ziel war es, mit der Siedlung ein "traditionalistisches" Gegenmodell zu der 1927 errichteten Weißenhofsiedlung in Stuttgart-Nord zu schaffen.
Schmitthenner gab zusammen mit dem Stadtplaner Heinz Wetzel (1882-1945) die Richtlinien für die künstlerischen und technischen Merkmale der 25 Wohnhäuser vor, die von den 23 beauftragten Architekten und Architekturbüros strikt eingehalten werden mussten. Die beteiligten Architekten waren größtenteils ehemalige Studenten oder Professoren der Technischen Hochschule in Stuttgart, die als "Stuttgarter Schule" bekannt war.

Städtebauliches Modell der Kochenhofsiedlung, Stuttgart 1989
(Ansicht von Norden, Quelle: Universität Stuttgart, IDG1, IGMA)


Kochenhofsiedlung, Blick in den Straßenraum der Hermann-Pleuer-Straße, 1933

Planungsauflagen waren u.a.:
  • Satteldachpflicht, galt auch für Nebengebäude
  • Häuser mussten in Holzbauweise errichtet werden (Fachwerk, Block- und Tafelbau)
  • Gebäude mussten verputzt oder verschalt und deckend gestrichen werden
  • zahlreiche Richtlinien zur Wärme- und Schalltechnik

Die Planungsauflagen sollten dazu beitragen, die Baufachleute von der Wirtschaftlichkeit und Haltbarkeit der Holzbauten zu überzeugen, um dadurch zu einem Aufschwung der Holzverarbeitung im Baugewerbe beizutragen. Schmitthenner betonte jedoch, dass jede Weiterentwicklung der Holzbautechnik auf tradierten Erfahrungen basieren müsse. Die Haustechnik hingegen musste dem zeitgemäßen Standard entsprechen.
Die Besucher der Ausstellung konnten die Häuser der Siedlung nicht nur von außen betrachten, sondern auch die möblierten Innenräume besichtigen.

[Weitere Informationen und Literaturhinweise]

Stefanie Plarre, M.A.